Reden

01. März 2016

IMG_6155Ein kultureller Reflex versucht einen (ja auch eine!) gelegentlich eine missliche Situation, ein unbefriedigendes (oder gar schlimmer) Erlebnis textlich zu verarbeiten. Möglicherweise eine, bisher schlecht erforschte, Metaebene der Textverarbeitung. Es stellt sich dabei unweigerlich die Frage: für wen? Für einen (oder eine, ja, auch wenn es grammatikalisch etwas entrückt klingt) selbst? Eher nicht, die Texte schmerzen schliesslich, das Papier (oder der Bildschirm) klagen an, bei jeder Aktivierung, man holt sich ein weiteres Protestcamp in die eigene Seelenlandschaft. Für Andere schon gar nicht, nicht zuletzt der gähnenden Langweile wegen, die das durchschnittliche tägliche Mißlingen erzeugt. Youtube macht sich viel ergieber und viel leichter konsumierbar über ausgewähltes Missgeschick her. Keine Chance als Gladiator im modernen Circus Maximus aufzutreten.

Eine Rede bedarf der Zuhörer, so zumindest die Theorie, die in den Städten der Republik zunehmende Zahl von Personen, die bei Ihren Äusserungen auf Zuhörer verzichten regt allerdings eine Überprüfung an. Ein Forum vielleicht, abtauchen in ein kollektives „ich auch“ … ? Der soziale Vorteil ist, das sich dieser Gemeinschaft jederzeit durch eine konkrete Bitte um Hilfe zu entledigen ist. In der sich nun ausbreitenden Ratlosigkeit drängt sich auf einmal ein Systemwechsel auf. Energiesparen ein ebenso mächtiges Feld wie Betroffenheit! Das ist es, alle Elektronik aus und den Mist, der zu sagen zu sein scheint einfach in den vorbeiziehenden Wind labern!

Unentschlossenes Misslingen

02. Juni 2015

IMG_2505Ein Experiment. Ein Tag an dem nichts (also nicht einmal die korrekte Parametrisierung, denn gewisse Basisvorraussetzung für diese Niederschrift sind ja offensichtlich da) gelingt kann (auch) nur einen mißlungenen Text hervorrbringen. Was aber nicht auffiele würde man entweder nur textlichen Schrott schreiben oder es sowieso niemand läse. Oder Beides. Was auch nur zu bemerken wäre würde man es vergleichen wollen. Objektiv, subjektiv gelingt ja nichts … und schon bestätigt sich, das man im Gewirr unentschlossenen Misslingens hoffnungslos verstrickt ist, der Text, um im Strickbild zu bleiben, lässt jeden Faden vermissen. Er ist gesteigert fadenscheinig, transparent. Womit jetzt auch noch die Transparenz einen Kollateralschaden erlitt. Zum Glück (im Unglück) nur hier.

Miss Verständnis und Miss Gunst

19. Mai 2015
Der Vorhang hängt und er verdrängt und er verbirgt was hinter diesem Vorhang wirkt

Der Vorhang hängt und er verdrängt und er verbirgt was hinter diesem Vorhang wirkt

Kritik, verwendet im sozialen Miteinander, nähert sich Tatbeständen wie etwa Nötigung oder Beleidigung. „Kritik erwünscht“ hieß es im Sozialismus, aber auch der ist seit längerem in der Wahrnehmung irgendwo zwischen Vogelgrippe und Grexit verortet. Wenn „man“ etwas wahrnimmt. Und das wa(h)r natürlich gelogen. Damit ist diese Lüge eine der wenigen Über“bleibsel“ der ehemaligen DDR, der intellektuelle Schwager des grünen Pfeils (es geht ja irgendwie auch ums Abbiegen). Aktuell ist nichts weniger gewünscht als Kritik im täglichen Leben. Übrigens auch in der Politik, wo nur mit sehr, sehr viel Wohlwollen von diskursiv-kritischen Auseinandersetzungen gesprochen werden kann. Von „konstruktiv“, Teil einer verlorenen Basisqualifikation im Nachkriegsdeutschland einmal ganz zu schweigen. Zwei Tendenzen wachsen über den Trend zu Kultur heran und beginnen sich, ganz zeitgemäß in medial appetittlichen Häppchen zu materialisieren: Miss Verständnis setzt den Trend niemanden je und unter gar keinen Umständen offen zu verletzen! Das ins Wort gegegossenen Menetekel, das Programm von Miss Verständnis dazu lautet: „so kann man das nicht sagen“. Während Miss Gunst schlicht den stärkenden Charakter konstruktiver Kritik als Gefahr für die eigenen Position erkennt und daher die eristische Dialektik mit Verunglimpfung und Totschlagargumenten aufrüstet. Mit „So geht das nicht“ erobert Miss Gunst schnell jedwede Räume durch Konversion: das harmlose „so“ ward taktische Allzweckwaffe. Soweit nachvollziehbar?

Haudoseei

05. Mai 2015

Im Kuddelmuddel allein dreier Sprachen entsteht eine bizarre Methaphorik, die möglicherweise ein Licht auf die Sprachgeschichte der Menschheit wirft. Onomatophosie und Appelle an ein intuitives Verstehen stützen die Annahme, das es nur einige Lagerfeuer und vielleicht einiger enthemmenden vergorenen Früchte bedurfte um „ins Gespräch“ zu kommen. Zumal, wohl in seltener Konstanz in der Menschheitsgeschichte zu 95% schlicht dummes Zeug geredet wird … Und wurde!  Lost in Translation?  Wird, so glaube ich, zu hoch bewertet :-)!

Auto matisch Aussenseiter

31. März 2015

Ein Motorradhändler einer ambitionierten und gut plazierten Marke begeht feierlich an einem Sonntag am Ende des März die „Saisoneröffnung“. Wie viele Freunde der Marke und des Fabrikats fahre ich, mit meinem selbigen Zweirad und meinen Erwartungen dorthin. Das  Wetter ist durchwachsen, es ist ein gewisser Grad an Enthusiasmus und etwas Mut für nasse, schmutzige Straßen nötig. Dort, nach 65 Kilometern durchaus erhebender Fahrt (ich gestehe, ich habe auch bei gelegentlichen Schauern noch Spaß am Zweirad) stelle ich fest das ich der Einzige bin der mit dem Motorrad anreiste (!). Dies bizarre Moment macht mich, trotz der evidenten Kongruenz zum Zeck der Übung zum Außenseiter, was mir sofort auch ein sozialer Gruppendruck bedeutet … „Normal“ ist eine statistische Funktion! Ein nach mir eintreffender junger Motoradfahrer begreift es schneller, er stoppt blickt in die Runde und fährt von dannen und hilft mir damit meine Auto-matisch erworbenen Aussenseiterstatus voll zu realisieren und aufzubrechen. Auf zwei Rädern meinem eigenen Zwecken entgegen.

Will ich so leben

31. März 2015

FAE-3-Eidi-Gjogv_14-08-17_0141

Haus am Meer, alles weiß und genug Geld. Warm, klar immer und immer braun. Keine Sorgen, außer vielleicht mit der richtigen Bereifung. Am Strand so frei und der Dreck, Druck und Drang der Welt ist höchstens mal im Fernsehen, denn ins Regal … da kommt nur Kunst. Oder Heidegger … Wittgenstein, Sun Zi …. Bildbände zu Cabrios, italienische Küche. Es könnte alles einfach sein wenn vieles nicht wäre!

Defizitär

19. Juli 2014

Just beim Lesen von Erfolgsgeschichten, Jubelartikeln, beim Betrachten von Blogs (die sich zunehmend hartnäckig in jede Onlinerecherche drängen) stelle ich, nunmehr gesichert, fest, was meine herausragende Eigenschaft ist. Ich bin defizitär! Ein Minimal-Ubiquist. Hans-Dieter Hüsch hat u.a. mich besungen. Ich glaube übrigens damit gar nicht so allein zu sein (was auch den Liederfolg erklären würde, der kann realistisch nichts mit mir zu tun haben). Ein zusammenhanglos komischer Zufall ist, das ich mal in Moers gewohnt habe und gelegentlich „Alt“ in der Kneipe soff in der Hüsch aufwuchs. Mit einem frustrierten Lehrer, seiner erstaunlich lebensresistenten Freundin und ein paar Leuten von denen ich alles vergessen habe. Ausser das sie da waren: im Defizit vereinte. Ich überlasse Hüsch den Schlusssatz zur Bewertung dieses Fragments …. “ und ich mache nur Mist!“

Digital total

26. Juni 2014
Leicht unruhig und schwer ratlos sehe ich der Zeit beim Verstreichen zu. Dies angefangen, das nachgesehen zu nichts reichen Motivation und Konzentration. Neben mir Unterlagen die zu lesen wären und super Artikel von „tollen“ Experten. Der Art die man seit 40 Jahren liest und die  einen 41 Jahre nicht geholfen haben. Erkennen ist nicht zwingend lukrativ und „wissen“ ist ziemlich relativ. Der Unterschied zwischen „hier wirken“ und den Betrieb eines Kinderkarusells überwachen relativiert sich. Es gibt sowieso nur noch „Boom“ oder „Krise“ die Konjunktur hat sich so digitalisiert wie viele andere Lebensbereiche. Und ich fürchte so heimlich still und leise bei mir selbst: die Seele auch … wir sind alle nur noch manisch-deppressive. In einer vibrierenden Welt sinkender Halbwertszeiten. Was der Verbraucher heute kauft kostet morgen die Hälfte. Was heute richtig ist ist morgen verkehrt. Wir regeln nur noch Regeln und keine Realitäten mehr.
Wir vibrieren mit … wechseln ständig zwischen nur noch zwei Zuständen … und schliessen: das ist Leben.

Holz

03. Juni 2014

Abertausende haben bereits über die Befriedigung geschrieben die der Umgang mit Holz verschafft. Jedoch wie heißt es und wie gültig ist es insbesondere im Hinblick auf die Weltliteratur: „es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem!“. Ergo füge ich meine Aussage kondensiert hinzu, erspare dem Leser (wenn es ihn gibt) semantische Holzwege: natürlich, Geruch, Haptik, schwer, erschöpft, zufrieden. Flasche Bier! Ach die Schönheit des Vertrauten!

Urlaub in Bad Bank

26. Mai 2014
Nur vom Feinsten

Nur vom Feinsten

So. Nun habe ich meinen Urlaub gebucht. Bad Bank. Nur Millionäre, also gewiss alles vom Feinsten. Vollpension. Die Vororte Spiel Bank und Bank Ett sollen auch sehenswert sein. Im Steuersee kann man Gold fischen! Dabei keine profanen Bank Kunden, die überall Schlangen bilden, die müssen draussen bleiben und arbeiten. Ha. Park Banken aus Gold. Ich habe mich dafür dann auch schon ein wenig schicker gemacht …. Übrigens: das Beste ist, ALLES zahlt der Staat …